Uppsala Svergie
Sweden and Norway in a Nutshell oder auch "Schweden und Norwegen in der Nussschale"
alexwe, Sonntag, 25. September 2011, 18:33
Hallo...hier bin ich wieder. Ja, mich gibt es noch. Die letzten zweieinhalb Wochen waren die wohl eindrucksvollsten meines Lebens. Gleich zwei Lebensträume haben sich für mich erfüllt, doch von Anfang an. Der Grund, warum ich erst jetzt schreibe ist ganz einfach der, dass ich das Glück hatte, die letzten beiden Wochen mit meiner Freundin hier in Skandinavien verbringen zu können. Trotz einzelner Startschwierigkeiten (ich hatte eine Halsentzündung und Nicole hatte eine Mandelentzündung), nahmen die zwei Wochen dann doch mächtig an Fahrt auf. Die erste Woche war geprägt von Schweden: drei Tage Uppsala, nahezu drei Tage Stockholm! Ich versuchte mich als Reiseführer was im Grunde ziemlich viel Spaß gemacht hat ;). Das Wetter spielte mit und wir hatten sogar das Glück am 11. September die lange Nacht der Kultur hier in Uppsala miterleben zu können (Kulturnatten). Ziemlich interessant... Was Stockholm angeht hatte ich natürlich die Motivation, Nicole meine Stadt der Träume nur im besten und strahlendsten Lichte zu präsentieren. Da das Wetter (zumindest einen Tag lang) mitspielte, besuchten wir die Altstadt (Gamla stan) und die vielen schönen Inseln (bsp. Kastellholmen). Der Ausflug in die Scheren vor Stockholm blieb uns leider verwehrt, aber das ist wenigstens ein Grund, noch einmal nach Stockholm zurückzukommen...
Den Hauptteil der letzten zwei Wochen bildete dann unsere Reise nach Norwegen: zweieinhalb Tage Bergen und zweieinhalb Tage Stavanger. Was soll man dazu noch großartig sagen. Außer das Norwegen das wohl teuerste Land der Erde ist, waren diese fünf Tage unvergesslich! Auch hier lohnt es sich, die unten angehängten Bilder anzuschauen, da diese wohl besser als Worte beschreiben können, was wir alles gesehen haben. Nur soviel dazu: Bergens alte Hansestadt war für mich als Geschichtsstudent (obwohl ich sie schon einmal gesehen habe) wieder absolut grandios. Allein der Geruch des Holzes, wenn man durch die kleinen, schmalen Gassen geht ist unbeschreiblich. Noch besser war der zweite Tag, auch wenn er seeeeehr lang war für uns. Aufstehen um 6 Uhr, damit wir um 8 Uhr unsere 12-stündige Tour beginnen konnten. Mit dem Zug ging es von Bergen nach Voss, von da mit Bus nach Gudvangen, von da mit einem Boot durch die wohl schönste Fjordlandschaft Norwegens (und damit der Welt) nach Flåm (ausgesprochen: Flommmmmm, was sehr witzig klang), von da mit der Flåmbahn durch norwegisches Hinterland nach Myrdal und von da mit dem normalen Zug wieder zurück nach Bergen. Ich glaube selbst bei schlechtem Wetter wäre diese Tour sehr beeindruckend. Was soll ich sagen, bei strahlendem Sonnenschein war diese Tour einmalig, unvergesslich, faszinierend, das was ich mein Lebtag von Norwegen sehen wollte und das auch noch mit Nicole :) (mehr Superlative fallen mir dazu nicht ein). Zurück in Bergen hatten wir noch knapp zweieinhalb Stunden Zeit bis die Sonne unterging. Dies nutzten wir trotz schwerer Beine um mit der Floibana hoch auf den "Hausberg" von Bergen zu fahren und von da aus wieder runterzuwandern (alles bei strahlendem Sonnenschein!!!).
Der Flug nach Stavanger ließ dann am nächsten Tag erahnen, das das Wetter wechselhafter werden sollte. Die Landung bei 90 Grad strammem Seitenwind wurde von dem Piloten hervorragend gemeistert, auch wenn das wohl nicht jedermanns Geschmack war (meine Freundin inbegriffen). Ich fands toll...hatte was von Segelfliegen, landen ohne Autopiloten.
Stavanger an sich ist...eine Stadt wie jede andere auch. Ich/Wir waren also etwas enttäuscht. Noch ziemlich kaputt von dem langen Trip in Bergen und unsicher über das Wetter wussten wir bis kurz vorher nicht, ob wir den Trip zur wohl meistbesuchtesten Attraktion Norwegens, dem Preikestolen (übersetzt: Priesterstuhl; ist ein 604 meter hohes Plateau über dem Lysefjord, OHNE Absperrung), angehen sollten. Ein Argument überzeugte uns: wenn wir schonmal hier sind, dann MÜSSEN wir das machen. Knapp eine Stunde später waren wir auf dem Weg. Was dieser Weg uns für Qualen bringen sollte konnte da noch keiner ahnen. Das jedenfalls, was Norwegen als ""Wanderweg"" bezeichnen, würde in Deutschland nichtmal als Kletterpfad durchgehen. In unserem Enthusiasmus hielten wir die 2h Wegstrecke zum Preikestolen für total übertrieben...für zwei sportliche 21 jährige wie uns kein Problem, eine Stunde würde vollkommen reichen.....DENKSTE! Spätestens nach dem ersten Drittel der Strecke sollte uns bewusst werden, dass die Zeitrechnung der Norweger durchaus ernst gemeint war. 1h 40min pro Strecke und das war dann schon ziemlich gut für uns beide. Hochachtung vor meiner Freundin, die den gesamten Weg mit Straßenschuhen bestritt. Das der Weg so steinig (im wahrsten Wortsinn) werden sollte hatte wirklich keiner von uns geahnt. Gelohnt hat sich der Ausflug dennoch, denn mein zweiter Traum sollte sich erfüllen: einmal auf dem Preikestolen zu stehen und 604m ins Nichts zu blicken...und auch hier spielte das Wetter uns in die Karten. Es war zwar seeeeeehr windig, aber der erwartete Regen blieb aus und kaum zu glauben, als wir endlich oben ankamen, schien sogar kurzzeitig einmal die Sonne....wenn das kein zeichen sein sollte ;). Noch besser dann der Rückweg. Nahezu zeitgleich mit dem Moment, indem wir wieder in den Bus nach Hause einstiegen, fing es dann auch an zu regnen. Uns konnte das reichlich egal sein. Ein einfach nur unglaublicher Tag in allen Hinsichten. Auch konnte man wohl viele lehren aus dem Tag ziehen. Eine der wichtigsten war wohl: Vertraue nie skandinavischem Wetterberichten aber vertraue auf norwegische Wanderempfehlungen und Angaben, auch wenn sie auf den ersten Blick abschreckend wirken, sie stimmen meistens!
Anhang: Für meine beiden Cousins Andy und Christian wäre diese Wanderung sicher genau das richtige gewesen. Wenn ihr irgendwann mal in Norwegen seid, tut euch das an! Es lohnt sich...
Zum Schluss bleiben mir hier nurnoch zwei Sachen zu sagen: genießt die folgenden Bilder und danke für diese zwei wundervollen Wochen Nicole :*
















Bergens alte Hansestadt Bryggen




















Bergen


zwar kein Elch aber immerhin...


die ersten Anzeichen von Herbst


Preikestolen






nur ein kleiner Ausschnitt des ""Wanderweges"" zum Preikestolen und zurück.


kaputt aber glücklich :)


da waren wir...