Uppsala Svergie
Montag, 12. Dezember 2011
Sieben Tage
alexwe, Montag, 12. Dezember 2011, 18:52
Eine Woche noch, die mir hier bleibt. Wo ist die Zeit bloß geblieben? Wie aufgeregt und gespannt Ich an dem Tag war, als ich hier herkam und jetzt soll schon alles vorbei sein? Das ging alles viel, viel zu schnell. Ist wirklich schon Dezember?
Ich bin so unglaublich dankbar an alle, die mir dazu geraten und mich unterstützt haben, dieses Abenteuer hier zu wagen. Ich habe Schweden lieben gelernt und kann wohl sagen das es bei weitem nicht das letzte Mal gewesen ist, dass ich hier in Schweden sein werde. All die Zweifel und all die Ungewissheit, ob ein Auslandssemester etwas für mich ist, haben sich absolut nicht bewahrheitet. All die neuen Freunde aus aller Welt, die ich hier getroffen habe und all die Erfahrungen, die ein Semester im Ausland so mit sich bringt, möchte ich um nichts in der Welt tauschen. Letztlich kann ich nur sagen, dass es wohl die beste Entscheidung war, die ich je getroffen habe.
Eine Woche noch, in der Ich hier viel zu tun habe. Neben meinem finalen Essay, was ich bis zum 19.12. fertig haben muss und welches den meisten Platz in der Tagesplanung einnimmt, kommt noch packen dazu. Etwas, wo ich immer dachte, das es noch einige Zeit hin ist und nun muss ich meinen Koffer doch schon aus dem Schrank holen.
Sieben Tage, die ich aber auch noch mit meinen Freunden hier verbringen will, bevor sich unsere Gruppe zum Teil wieder in alle Himmelsrichtungen der Welt verstreut. Sieben Tage…

Anbei noch ein paar Fotos von den letzten Wochen und von dem Luciagasque, dem formellen Dinner am Sonntag, zum bevorstehenden Luciafest am morgigen Dienstag. Ein weiterer, unvergesslicher Abend und es scheint, dass grade Petrus immer weiß, welche Abende er aussuchen muss, um sie noch unvergesslicher zu machen.



so stellt sich Schweden also den Weihnachtsmann vor...interessant!



Auf dem Weihnachtsmarkt in Skansen, Stockholm...und ja, ich habe mich in schwedisches Gebäck verliebt!!! Soooooo lecker...



da ist er, der böse Mann, der dafür zuständig ist, dass ich immer dicker werde xD



Collin und Ich auf unserem unglaublichen Farewell-Pub-Crawl...oder wie uns der rest hier nennt: die Kantorskids, weil wir beide in Kantorsgatan wohnen und NICHT in Flogsta, wie ca. 90% des Rests hier...



Der gute Matthias und Ich...zwei Nachbarn. Der eine Schaumburger Jung' und der andere ein Lippe-Detmolder...die Welt ist doch sooo klein!
Das erste Bier im Minchen zu hause geht auf mich! :)



Flora, ich und ein Teil von Ashlee xD















Collin, Ashlee und Amanda :)



weils so gut posiert ist ;) ... Annelies



Schnee beim Luciagasque vor unserer wunderschönen Nation: Östgöta



das jährliche Adventsfeuerwerk

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Montag, 28. November 2011
Advent
alexwe, Montag, 28. November 2011, 13:08
Und da es nun auch hier in Schweden Advent ist, darf eines meiner Lieblingsgedichte zum Advent nicht fehlen:

Es blaut die Nacht. Die Sternlein blinken.
Schneeflöcklein leise niedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.

Und dort, vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann' ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.

In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei der Heimespflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.

So kam sie mit sich überein:
Am Nicklausabend muß es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh',
das Häslein tat die Augen zu,

Erlegte sie - direkt von vor'n
- den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase.

Und ruhet weiter süß im Dunkeln,
Derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.

Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
- was der Gemahl bisher vermied -
Behält ein Teil Filet zurück,
als festtägliches Bratenstück.

Und packt zum Schluß - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.
Da dröhnt's von fern wie Silberschellen.
Im Dorfe hört man Hunde bellen.

Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldenem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!

»Heh, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?«
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:

»Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann!«
Die Silberschellen klingen leise.
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.

Im Försterhaus die Kerze brennt.
Ein Sternlein blinkt: Es ist Advent.

Wohl eines der besten Gedichte, die Loriot geschrieben hat. Zu schade, das es hier kaum einer versteht.man kann das ja nicht einfach ins Englische übersetzen.
Ja, der erste Advent. Nun ist es soweit und was soll ich sagen? ein toller tag war das gestern.
Er fing zwar mit Regen an, sollte aber -und jetzt kommt die Überraschung- mit Schnee aufhören. Als gewiefter Hobbymeteorologe, der ich da bin, vertraute ich blindlings auf die Wettervorhersage von wetter.com, welche als einzige "leichten Schneefall" am Abend vorhersagte. Allen Lachern und allem Hohn der anderem zum Trotz blieb ich mit meiner Meinung nicht nur alleine, sondern auch standhaft ;). Was dabei noch keiner wusste: ich sollte recht behalten.
Den Nachmittag verbrachte ich mit einigen Freunden in der Nation von V-Dala, wo wir bei Kaffee und Kuchen dem Chor der Nation beim trellern von Weihnachtsliedern zuhörten. Man fühlte sich schon sehr kultiviert dabei :).


Hier der Chor von V-Dala

(Ich muss leider sagen, dass meine Intensität, Fotos zu schießen in letzter Zeit doch sehr abgenommen hat.)
Im Anschluss an diesen gemütlichen Nachmittag folgte in unserer internationalen Runde eine Diskussion über Politik. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass mein Englisch sogar schon dafür reicht, mich damit halbwegs professionell in eine politische Diskussion einzubringen. Hätt ich nicht erwartet. Was am Ende von der Diskussion h#ngen blieb waren mehr oder minder drei Fakten: (1) alle denken, dass die EU zum Scheitern verurteilt ist, (2) die Türkei sollte lieber nicht beitreten und (3) die einzige Person , die sich während der ganzen Diskussion absolut keine Sorgen um deie Zukunft ihres Landes gemacht hat, war eine Kanadierin.
nach dieser netten Diskussionsrunde führte mich mein eg wieder nach Hause...mittlerweile war es ja auch schon fast 6 Uhr und damit seit nunmehr 2,5h stockdunkel. Eigentlich hatte ich vor, eine Kleinigkeit zu essen und danach sofort zum Värmalnds Sportspub, um bei einem Bier mit meinen amerikanischen Freunden American Football zu gucken. Daraus wurde jedoch nichts, DENN...es fing an zu schneien...ganz richtig...Schnee: das weißt Zeug, das aus den Wolken fällt. ich lief also mit vollen Enthusiasmus in die Küche, wo meine zwei schwedischen korridormitbewohnerinnen schon fleißig am Kekse backen waren (immerhin ist ja Advent) und versuchte ihnen klarzumachen, das es anfängt zu schneien. Nach kurzer zeit jedoch kam ich mir dabei schon sehr dämlich vor, weil das einzige was ich erntete, Lacher waren.
Etwa 10 Minuten später (es war mittlerweile halb 7 Uhr) konnten beide dann letztlich nichtmehr anzweifeln, das es schneite, weil es eben wirklich schneite! Und wie...


da der Beweis

Wie könnte man diesen Tag also noch toppen? Schließlich war erster Advent und es schneite...Nunja, es gab da ja noch die Kekse, die grade frisch duftend aus dem Backofen geholt wurden.
Der Tag endete also mit Glühwein, Kerzen und Weihnachtskeksen in unserem Aufenthaltsraum mit perfektem Blick auf den leise rieselnden Schnee...Schön.

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Montag, 14. November 2011
...wo bleibt der Schnee!??
alexwe, Montag, 14. November 2011, 13:00
Montag, 14. November 2011, 11:45 Uhr CET, Uppsala, Schweden...theoretisch gesehen beste Vorraussetzungen, die weiße Pracht in Hülle und Fülle bestaunen zu können. Doch wo ist sie? Eins ist sicher: nicht hier. Schweden hat momentan einen viel zu milden Herbst. Durchschnittliche Temperaturen zwar um den Gefrierpunkt, aber weit und breit kein Anzeichen des nahenden Winters. Wir Austauschstudenten haben bereits Wetten abgeschlossen, wann hier der erste richtige Schnee fallen wird. Ich liege momentan mit dem 25. November noch im soll...letztes Jahr um diese Jahreszeit (Nils kann es bestätigen), lag hier schon haufenweise Schnee...ich fühle mich vom Wetter verarscht. Seis drum...
Der geplante Trip nach London zum Fulham-Spiel liegt momentan mehr oder weniger auf Eis, da hier einfach zu viel anderes dazwischen kommt. Wir haben aber fest im Auge, falls das nicht klappen sollte, diesen Trip zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.
Heute abend gehts dann erstmal zum Lokalderby der Eishockeyvereine Stockholms, DIF und AIK (fragt mich nicht, was diese Abkürzungen heißen...). Das verspricht eine spannende Partie zu werden. Mal schauen, was das schwedische Eishockey so zu bieten hat. Besonders Lokalderbys sollen es ja immer ziemlich in sich haben.
Was mir noch so passiert ist: ich habe Innebandy für mich entdeckt. Soll heißen, ich gehe dreimal die Woche zum Innebandytraining. Innebandy an sich ist eine Mischung aus Feldhockey und Eishockey. Man spielt mit Eishockey-ähnlichen Schlägern, aber mit einem Ball, statt einem Puck und nicht auf Eis, sondern ganz praktisch in der Turnhalle. Man merkt dabei ziemlich schnell, ohne vorher gefragt zu haben, welcher Spieler aus Schweden kommt und welcher nicht. Die Schweden scheinen echt mit einem Schläger aufgewachsen zu sein. Was in Deutschland Fußball ist, ist hier eben Eishockey oder Bandy. Für mich als totalen Laien macht es trotzdem riesigen Spaß, weils halt mal was anderes ist, als andauern einem Fußball hinterher zu laufen.

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