Advent
alexwe, Montag, 28. November 2011, 13:08
Und da es nun auch hier in Schweden Advent ist, darf eines meiner Lieblingsgedichte zum Advent nicht fehlen:
Es blaut die Nacht. Die Sternlein blinken.
Schneeflöcklein leise niedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann' ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei der Heimespflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
Am Nicklausabend muß es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh',
das Häslein tat die Augen zu,
Erlegte sie - direkt von vor'n
- den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase.
Und ruhet weiter süß im Dunkeln,
Derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
- was der Gemahl bisher vermied -
Behält ein Teil Filet zurück,
als festtägliches Bratenstück.
Und packt zum Schluß - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.
Da dröhnt's von fern wie Silberschellen.
Im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldenem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!
»Heh, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?«
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:
»Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann!«
Die Silberschellen klingen leise.
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt.
Ein Sternlein blinkt: Es ist Advent.
Wohl eines der besten Gedichte, die Loriot geschrieben hat. Zu schade, das es hier kaum einer versteht.man kann das ja nicht einfach ins Englische übersetzen.
Ja, der erste Advent. Nun ist es soweit und was soll ich sagen? ein toller tag war das gestern.
Er fing zwar mit Regen an, sollte aber -und jetzt kommt die Überraschung- mit Schnee aufhören. Als gewiefter Hobbymeteorologe, der ich da bin, vertraute ich blindlings auf die Wettervorhersage von wetter.com, welche als einzige "leichten Schneefall" am Abend vorhersagte. Allen Lachern und allem Hohn der anderem zum Trotz blieb ich mit meiner Meinung nicht nur alleine, sondern auch standhaft ;). Was dabei noch keiner wusste: ich sollte recht behalten.
Den Nachmittag verbrachte ich mit einigen Freunden in der Nation von V-Dala, wo wir bei Kaffee und Kuchen dem Chor der Nation beim trellern von Weihnachtsliedern zuhörten. Man fühlte sich schon sehr kultiviert dabei :).

Hier der Chor von V-Dala
(Ich muss leider sagen, dass meine Intensität, Fotos zu schießen in letzter Zeit doch sehr abgenommen hat.)
Im Anschluss an diesen gemütlichen Nachmittag folgte in unserer internationalen Runde eine Diskussion über Politik. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass mein Englisch sogar schon dafür reicht, mich damit halbwegs professionell in eine politische Diskussion einzubringen. Hätt ich nicht erwartet. Was am Ende von der Diskussion h#ngen blieb waren mehr oder minder drei Fakten: (1) alle denken, dass die EU zum Scheitern verurteilt ist, (2) die Türkei sollte lieber nicht beitreten und (3) die einzige Person , die sich während der ganzen Diskussion absolut keine Sorgen um deie Zukunft ihres Landes gemacht hat, war eine Kanadierin.
nach dieser netten Diskussionsrunde führte mich mein eg wieder nach Hause...mittlerweile war es ja auch schon fast 6 Uhr und damit seit nunmehr 2,5h stockdunkel. Eigentlich hatte ich vor, eine Kleinigkeit zu essen und danach sofort zum Värmalnds Sportspub, um bei einem Bier mit meinen amerikanischen Freunden American Football zu gucken. Daraus wurde jedoch nichts, DENN...es fing an zu schneien...ganz richtig...Schnee: das weißt Zeug, das aus den Wolken fällt. ich lief also mit vollen Enthusiasmus in die Küche, wo meine zwei schwedischen korridormitbewohnerinnen schon fleißig am Kekse backen waren (immerhin ist ja Advent) und versuchte ihnen klarzumachen, das es anfängt zu schneien. Nach kurzer zeit jedoch kam ich mir dabei schon sehr dämlich vor, weil das einzige was ich erntete, Lacher waren.
Etwa 10 Minuten später (es war mittlerweile halb 7 Uhr) konnten beide dann letztlich nichtmehr anzweifeln, das es schneite, weil es eben wirklich schneite! Und wie...

da der Beweis
Wie könnte man diesen Tag also noch toppen? Schließlich war erster Advent und es schneite...Nunja, es gab da ja noch die Kekse, die grade frisch duftend aus dem Backofen geholt wurden.
Der Tag endete also mit Glühwein, Kerzen und Weihnachtskeksen in unserem Aufenthaltsraum mit perfektem Blick auf den leise rieselnden Schnee...Schön.

Es blaut die Nacht. Die Sternlein blinken.
Schneeflöcklein leise niedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann' ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei der Heimespflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
Am Nicklausabend muß es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh',
das Häslein tat die Augen zu,
Erlegte sie - direkt von vor'n
- den Gatten über Kimm' und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase.
Und ruhet weiter süß im Dunkeln,
Derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
- was der Gemahl bisher vermied -
Behält ein Teil Filet zurück,
als festtägliches Bratenstück.
Und packt zum Schluß - es geht auf vier -
die Reste in Geschenkpapier.
Da dröhnt's von fern wie Silberschellen.
Im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldenem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!
»Heh, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?«
Des Försters Haus ist tief verschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:
»Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann!«
Die Silberschellen klingen leise.
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt.
Ein Sternlein blinkt: Es ist Advent.
Wohl eines der besten Gedichte, die Loriot geschrieben hat. Zu schade, das es hier kaum einer versteht.man kann das ja nicht einfach ins Englische übersetzen.
Ja, der erste Advent. Nun ist es soweit und was soll ich sagen? ein toller tag war das gestern.
Er fing zwar mit Regen an, sollte aber -und jetzt kommt die Überraschung- mit Schnee aufhören. Als gewiefter Hobbymeteorologe, der ich da bin, vertraute ich blindlings auf die Wettervorhersage von wetter.com, welche als einzige "leichten Schneefall" am Abend vorhersagte. Allen Lachern und allem Hohn der anderem zum Trotz blieb ich mit meiner Meinung nicht nur alleine, sondern auch standhaft ;). Was dabei noch keiner wusste: ich sollte recht behalten.
Den Nachmittag verbrachte ich mit einigen Freunden in der Nation von V-Dala, wo wir bei Kaffee und Kuchen dem Chor der Nation beim trellern von Weihnachtsliedern zuhörten. Man fühlte sich schon sehr kultiviert dabei :).

Hier der Chor von V-Dala
(Ich muss leider sagen, dass meine Intensität, Fotos zu schießen in letzter Zeit doch sehr abgenommen hat.)
Im Anschluss an diesen gemütlichen Nachmittag folgte in unserer internationalen Runde eine Diskussion über Politik. Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass mein Englisch sogar schon dafür reicht, mich damit halbwegs professionell in eine politische Diskussion einzubringen. Hätt ich nicht erwartet. Was am Ende von der Diskussion h#ngen blieb waren mehr oder minder drei Fakten: (1) alle denken, dass die EU zum Scheitern verurteilt ist, (2) die Türkei sollte lieber nicht beitreten und (3) die einzige Person , die sich während der ganzen Diskussion absolut keine Sorgen um deie Zukunft ihres Landes gemacht hat, war eine Kanadierin.
nach dieser netten Diskussionsrunde führte mich mein eg wieder nach Hause...mittlerweile war es ja auch schon fast 6 Uhr und damit seit nunmehr 2,5h stockdunkel. Eigentlich hatte ich vor, eine Kleinigkeit zu essen und danach sofort zum Värmalnds Sportspub, um bei einem Bier mit meinen amerikanischen Freunden American Football zu gucken. Daraus wurde jedoch nichts, DENN...es fing an zu schneien...ganz richtig...Schnee: das weißt Zeug, das aus den Wolken fällt. ich lief also mit vollen Enthusiasmus in die Küche, wo meine zwei schwedischen korridormitbewohnerinnen schon fleißig am Kekse backen waren (immerhin ist ja Advent) und versuchte ihnen klarzumachen, das es anfängt zu schneien. Nach kurzer zeit jedoch kam ich mir dabei schon sehr dämlich vor, weil das einzige was ich erntete, Lacher waren.
Etwa 10 Minuten später (es war mittlerweile halb 7 Uhr) konnten beide dann letztlich nichtmehr anzweifeln, das es schneite, weil es eben wirklich schneite! Und wie...

da der Beweis
Wie könnte man diesen Tag also noch toppen? Schließlich war erster Advent und es schneite...Nunja, es gab da ja noch die Kekse, die grade frisch duftend aus dem Backofen geholt wurden.
Der Tag endete also mit Glühwein, Kerzen und Weihnachtskeksen in unserem Aufenthaltsraum mit perfektem Blick auf den leise rieselnden Schnee...Schön.
