... neuere Einträge
Höst i Svergie
alexwe, Montag, 24. Oktober 2011, 17:37
Der Herbst ist da!


Die Jahreszeit zwischen Sommer und Winter, welche hier in Schweden wohl ziemlich kurz ausfallen wird. Viel ist passiert seit meinem letzten Beitrag. Wenn ich mir das Wetter hier so anschaue, dann fallen mir immer wieder die ersten Zeilen eines Gedichts von dem unvergessenen Heinz Erhardt ein:
Wenn Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
wenn Amseln, Drosseln, Fink und Meisen
die Koffer packen und verreisen,
wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir vergaßen zu zerdrücken
von selber sterben, so glaube mir
es steht der Winter vor der Tür…
Wenn ich mir das Wetter hier so angucke, könnte man für Schweden diese Zeilen noch anfügen:
…vergleicht man dies einmal mit Schweden
Ist’s dort im Herbst schon frostig‘ gegen,
selbst Ich als Deutscher merke bald
wenn Winter ist, ist Schweden kalt!
Das Bergfest meines Aufenthalts hier in Uppsala ist erfolgreich überstanden...wie ich bereits in meinem letzten Beitrag geschrieben habe, war es die absolut richtige Entscheidung, hier zu studieren. Das Institut, an dem ich momentan studiere (Hugo-Valentin Centrum) ist sehr gut und der Kurs "Holocaust in Europe..." ist sehr interessant und spannend. Was ich jetzt schon sagen kann ist, dass ich den Eindruck habe, deutsche Studenten kennen sich in Sachen Holocaust, drittes Reich und Hitler etwas besser aus, als andere Austauschstudenten. Das wiederum gibt mir die Frage auf: habe ich in der Schule wirklich so viel über Hitler und den zweiten Weltkrieg gelernt? Oder haben die anderen darüber so wenig gelernt? Wie auch immer…
Da ich durch die Kreuzfahrt vor zwei Jahren mit meinen Eltern in der Ostsee schon viele der mehr oder weniger nahen Städte (Tallin, Helsinki und St. Petersburg) gesehen habe, habe ich mich entschieden, mein Geld zu sparen bzw. anderweitig zu verwenden. Viele Austauschstudenten sind momentan auf Reisen hier oben im Ostseeraum (vor allem die Asiaten). Ich denke, ich werde mir noch mehr von Schweden angucken (Falun, Kiruna und Gotland liegen noch auf der Agenda). Des Weiteren beschäftige ich mich hier momentan viel mit Sport. Am 8. Oktober beispielsweise sind Tom (ein Freund von mir aus LA) und Ich zu den NHL Openern nach Stockholm gefahren…UNVERGESSLICH! Ich bereue keinen Cent des Ausflugs. Ich hatte die Chance meine Anaheim Ducks live zu sehen! Das musste ich einfach nutzen. In einem atemberaubend schnellen Spiel schlug mein Team dann die New York Rangers mit 2:1 nach Penaltyschießen. Die Schlussfolgerung des Abends: man kann nordamerikanisches Eishockey einfach nicht mit deutschem Eishockey der DEL vergleichen. Selbst ich als hartgesottener Hannover Scorpions Fan muss neidlos eingestehen, dass immer noch Welten zwischen NHL und DEL liegen. Die NHL ist schneller, VIEL präzieser und härter. Da macht das Zuschauen gleich doppelt und dreifach so viel Spaß…
Ein weiteres Highlight war das Rugby WM Finale letzten Sonntag. Dazu muss ich aber etwas weiter ausholen. Hier in Uppsala gibt es eine Nation namens Värmlands, welche einen Sportspub besitzt. Da anscheinend die gesamte Welt (außer Deutschland) an Rugby interessiert ist, war die WM in Neuseeland in meinem doch sehr internationalen Freundeskreis seit Wochen Gesprächsthema Nummer 1. Wie dem auch sei, dacht ich mir, guckste dir halt mal so ein Rugbyspiel an. Ist bestimmt nicht ganz so langweilig wie Tennis. Ich sollte recht behalten. Das Halbfinale zwischen Australien und Neuseeland war das frühe Aufstehen allemal wert (man beachte die Zeitverschiebung zwischen Schweden und Neuseeland). Schon während des Spiels der wohl beiden besten Rugbymannschaften der Welt drängte sich mir die Frage auf: warum hat Deutschland eigentlich keine Rugbymannschaft? Wieso interessiert sich in Deutschland jeder Depp für Fußball, wo ein Ribery, Robben, Podolski oder Marin bei jedem Luftzug so tut als würde ihm gleich Bein, Arm, Kopf oder am besten alles Drei abfallen?! Bis heute habe ich darauf keine schlüssige Antwort gefunden. Rugby ist jedenfalls eine sehr sehenswerte Sportart, teilweise sogar interessanter als Fußball. So war es auch nicht verwunderlich, dass ich das Spiel um Platz drei zwischen Australien und Wales, sowie das Finale letzten Sonntag zwischen Frankreich und Neuseeland ebenfalls geguckt habe. Letzteres war ein noch unvergesslicheres Ereignis als das Halbfinale. In einem Raum voller Franzosen feierte ich mit ganzen 5 Neuseeländern ausgelassen den knappen, wenn auch hochverdienten 8:7 Finalsieg der „All Blacks“ (Neuseeländer). Ich will bei mir nicht von einer Abneigung gegen Franzosen sprechen, eher von einer gesunden Rivalität zwischen Deutschen und Franzosen, sowie einer inneren Verbundenheit zu den doch stark in der Unterzahl gewesenen Neuseeländern. Das machte mir dann die Auswahl des zu unterstützenden Teams im Finale doch um einiges einfacher.
Neben diesen Sporterlebnissen, spiele ich hier zweimal die Woche Innebandy, was vergleichbar mit dem deutschen Unihockey oder auch Hallenhockey ist. Sport ist hier in Schweden wohl die beste Medizin gegen die immer schneller kommende Dunkelheit. Ich habe außerdem das Glück, ziemlich nah an einer der größten Sporthallen in Uppsala zu wohnen. Daher haben ein paar meiner Freunde und ich vor, uns diese oder nächste Woche mal ein richtiges Innebandyspiel anzugucken (für richtiges Bandy, welches man auf einem „gefrohrenen Fußballfeld“ spielt, fehlt noch die Umsetzung des Adjektivs –gefrohren-).
Etwas größer und kostenintensiver könnte ein Vorhaben werden, was momentan noch in den Kinderschuhen steckt. Tom und ich planen grade einen kleinen Abstecher ins beschauliche London, um uns dort ein Premiere League Spiel anzugucken (wahrscheinlich im Craven Cottage von Fulham). Dazu aber später mehr.
Ja, was ist noch passiert? Ich war bei meinem ersten Gasque. Soll also heißen, das Mitnehmen meines Anzugs hat sich gelohnt, denn ich habe ihn gebraucht, doch von Anfang an. Das Gasque: eines der Gründe, warum viele Studenten gar nicht mehr aus Uppsala weg wollen. Uppsala hat eine sehr alte Universität. Diese sehr alte Universität hat sehr alte Nationen und eine weit zurückreichende Tradition des Dinierens. Neudeutsch würde mal das Gasque wohl als formelles Dinner bezeichnen. Noch einfacher ausgedrückt: viele Studenten in immens teuren Anzügen und Studentinnen in sündhaft teuren (oder geliehenen) Kleider treffen sich zu einem Drei- bis Fünf-Gänge Menü. Dabei geht es primär aber nicht um das Essen bzw. satt werden. Schon vergessen, wo ich hier studiere? Genau: Schweden. Vorwiegend geht es hier um den Konsum von Getränken mit mehr als 4 Umdrehungen. Für den trinkfesten Deutschen wohl eine sehr willkommene Gelegenheit, sich sinnlos zu besaufen, für den eher nicht so Asiaten eine wahre Herausforderung. Wie auch immer die Stimmung auf dem Gasque wo ich war, war super. Man muss sowas einfach mal miterlebt haben.
Hier ein paar Bilder des Abends:


Amol und Ich

Ebenezer und Ich

Der Franzl und Ich: zwei Chaoten mit Bart
Ansonsten ist hier alles beim Alten.
Auch hier kriegt man mit, dass es im Europa nicht grade zum Besten steht, doch interessiert es hier die wenigsten. Schweden wäre wohl auch eines der letzten Länder, welches unter dem Zusammenbruch des Systems Europa leiden müsste.
Auch hier kriege ich mit, dass Leverkusen momentan nur auf Platz 9 in der Tabelle steht. Nach 10 Spieltagen ist das etwas wenig, wenn man den Anspruch hat, international zu spielen. Aber was reg ich mich auf…da steht bei Schalke schon so‘n Fliegenfänger im Tor und Leverkusen ist zu doof auch nur ein Tor zu schießen! Da kann ich mich echt drüber aufregen!!! Naja, abwarten…
Fürs erste wars das erstmal wieder von mir. Ich verspreche auch, mich wieder öfters zu melden. In letzter Zeit war ja längere Zeit Pause hier im Blog. Es lohnt sich also, hier des öfteren in nächster Zeit wieder einmal reinzuschauen.
Bis dahin
Alex


Die Jahreszeit zwischen Sommer und Winter, welche hier in Schweden wohl ziemlich kurz ausfallen wird. Viel ist passiert seit meinem letzten Beitrag. Wenn ich mir das Wetter hier so anschaue, dann fallen mir immer wieder die ersten Zeilen eines Gedichts von dem unvergessenen Heinz Erhardt ein:
Wenn Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
wenn Amseln, Drosseln, Fink und Meisen
die Koffer packen und verreisen,
wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir vergaßen zu zerdrücken
von selber sterben, so glaube mir
es steht der Winter vor der Tür…
Wenn ich mir das Wetter hier so angucke, könnte man für Schweden diese Zeilen noch anfügen:
…vergleicht man dies einmal mit Schweden
Ist’s dort im Herbst schon frostig‘ gegen,
selbst Ich als Deutscher merke bald
wenn Winter ist, ist Schweden kalt!
Das Bergfest meines Aufenthalts hier in Uppsala ist erfolgreich überstanden...wie ich bereits in meinem letzten Beitrag geschrieben habe, war es die absolut richtige Entscheidung, hier zu studieren. Das Institut, an dem ich momentan studiere (Hugo-Valentin Centrum) ist sehr gut und der Kurs "Holocaust in Europe..." ist sehr interessant und spannend. Was ich jetzt schon sagen kann ist, dass ich den Eindruck habe, deutsche Studenten kennen sich in Sachen Holocaust, drittes Reich und Hitler etwas besser aus, als andere Austauschstudenten. Das wiederum gibt mir die Frage auf: habe ich in der Schule wirklich so viel über Hitler und den zweiten Weltkrieg gelernt? Oder haben die anderen darüber so wenig gelernt? Wie auch immer…
Da ich durch die Kreuzfahrt vor zwei Jahren mit meinen Eltern in der Ostsee schon viele der mehr oder weniger nahen Städte (Tallin, Helsinki und St. Petersburg) gesehen habe, habe ich mich entschieden, mein Geld zu sparen bzw. anderweitig zu verwenden. Viele Austauschstudenten sind momentan auf Reisen hier oben im Ostseeraum (vor allem die Asiaten). Ich denke, ich werde mir noch mehr von Schweden angucken (Falun, Kiruna und Gotland liegen noch auf der Agenda). Des Weiteren beschäftige ich mich hier momentan viel mit Sport. Am 8. Oktober beispielsweise sind Tom (ein Freund von mir aus LA) und Ich zu den NHL Openern nach Stockholm gefahren…UNVERGESSLICH! Ich bereue keinen Cent des Ausflugs. Ich hatte die Chance meine Anaheim Ducks live zu sehen! Das musste ich einfach nutzen. In einem atemberaubend schnellen Spiel schlug mein Team dann die New York Rangers mit 2:1 nach Penaltyschießen. Die Schlussfolgerung des Abends: man kann nordamerikanisches Eishockey einfach nicht mit deutschem Eishockey der DEL vergleichen. Selbst ich als hartgesottener Hannover Scorpions Fan muss neidlos eingestehen, dass immer noch Welten zwischen NHL und DEL liegen. Die NHL ist schneller, VIEL präzieser und härter. Da macht das Zuschauen gleich doppelt und dreifach so viel Spaß…
Ein weiteres Highlight war das Rugby WM Finale letzten Sonntag. Dazu muss ich aber etwas weiter ausholen. Hier in Uppsala gibt es eine Nation namens Värmlands, welche einen Sportspub besitzt. Da anscheinend die gesamte Welt (außer Deutschland) an Rugby interessiert ist, war die WM in Neuseeland in meinem doch sehr internationalen Freundeskreis seit Wochen Gesprächsthema Nummer 1. Wie dem auch sei, dacht ich mir, guckste dir halt mal so ein Rugbyspiel an. Ist bestimmt nicht ganz so langweilig wie Tennis. Ich sollte recht behalten. Das Halbfinale zwischen Australien und Neuseeland war das frühe Aufstehen allemal wert (man beachte die Zeitverschiebung zwischen Schweden und Neuseeland). Schon während des Spiels der wohl beiden besten Rugbymannschaften der Welt drängte sich mir die Frage auf: warum hat Deutschland eigentlich keine Rugbymannschaft? Wieso interessiert sich in Deutschland jeder Depp für Fußball, wo ein Ribery, Robben, Podolski oder Marin bei jedem Luftzug so tut als würde ihm gleich Bein, Arm, Kopf oder am besten alles Drei abfallen?! Bis heute habe ich darauf keine schlüssige Antwort gefunden. Rugby ist jedenfalls eine sehr sehenswerte Sportart, teilweise sogar interessanter als Fußball. So war es auch nicht verwunderlich, dass ich das Spiel um Platz drei zwischen Australien und Wales, sowie das Finale letzten Sonntag zwischen Frankreich und Neuseeland ebenfalls geguckt habe. Letzteres war ein noch unvergesslicheres Ereignis als das Halbfinale. In einem Raum voller Franzosen feierte ich mit ganzen 5 Neuseeländern ausgelassen den knappen, wenn auch hochverdienten 8:7 Finalsieg der „All Blacks“ (Neuseeländer). Ich will bei mir nicht von einer Abneigung gegen Franzosen sprechen, eher von einer gesunden Rivalität zwischen Deutschen und Franzosen, sowie einer inneren Verbundenheit zu den doch stark in der Unterzahl gewesenen Neuseeländern. Das machte mir dann die Auswahl des zu unterstützenden Teams im Finale doch um einiges einfacher.
Neben diesen Sporterlebnissen, spiele ich hier zweimal die Woche Innebandy, was vergleichbar mit dem deutschen Unihockey oder auch Hallenhockey ist. Sport ist hier in Schweden wohl die beste Medizin gegen die immer schneller kommende Dunkelheit. Ich habe außerdem das Glück, ziemlich nah an einer der größten Sporthallen in Uppsala zu wohnen. Daher haben ein paar meiner Freunde und ich vor, uns diese oder nächste Woche mal ein richtiges Innebandyspiel anzugucken (für richtiges Bandy, welches man auf einem „gefrohrenen Fußballfeld“ spielt, fehlt noch die Umsetzung des Adjektivs –gefrohren-).
Etwas größer und kostenintensiver könnte ein Vorhaben werden, was momentan noch in den Kinderschuhen steckt. Tom und ich planen grade einen kleinen Abstecher ins beschauliche London, um uns dort ein Premiere League Spiel anzugucken (wahrscheinlich im Craven Cottage von Fulham). Dazu aber später mehr.
Ja, was ist noch passiert? Ich war bei meinem ersten Gasque. Soll also heißen, das Mitnehmen meines Anzugs hat sich gelohnt, denn ich habe ihn gebraucht, doch von Anfang an. Das Gasque: eines der Gründe, warum viele Studenten gar nicht mehr aus Uppsala weg wollen. Uppsala hat eine sehr alte Universität. Diese sehr alte Universität hat sehr alte Nationen und eine weit zurückreichende Tradition des Dinierens. Neudeutsch würde mal das Gasque wohl als formelles Dinner bezeichnen. Noch einfacher ausgedrückt: viele Studenten in immens teuren Anzügen und Studentinnen in sündhaft teuren (oder geliehenen) Kleider treffen sich zu einem Drei- bis Fünf-Gänge Menü. Dabei geht es primär aber nicht um das Essen bzw. satt werden. Schon vergessen, wo ich hier studiere? Genau: Schweden. Vorwiegend geht es hier um den Konsum von Getränken mit mehr als 4 Umdrehungen. Für den trinkfesten Deutschen wohl eine sehr willkommene Gelegenheit, sich sinnlos zu besaufen, für den eher nicht so Asiaten eine wahre Herausforderung. Wie auch immer die Stimmung auf dem Gasque wo ich war, war super. Man muss sowas einfach mal miterlebt haben.
Hier ein paar Bilder des Abends:


Amol und Ich

Ebenezer und Ich

Der Franzl und Ich: zwei Chaoten mit Bart
Ansonsten ist hier alles beim Alten.
Auch hier kriegt man mit, dass es im Europa nicht grade zum Besten steht, doch interessiert es hier die wenigsten. Schweden wäre wohl auch eines der letzten Länder, welches unter dem Zusammenbruch des Systems Europa leiden müsste.
Auch hier kriege ich mit, dass Leverkusen momentan nur auf Platz 9 in der Tabelle steht. Nach 10 Spieltagen ist das etwas wenig, wenn man den Anspruch hat, international zu spielen. Aber was reg ich mich auf…da steht bei Schalke schon so‘n Fliegenfänger im Tor und Leverkusen ist zu doof auch nur ein Tor zu schießen! Da kann ich mich echt drüber aufregen!!! Naja, abwarten…
Fürs erste wars das erstmal wieder von mir. Ich verspreche auch, mich wieder öfters zu melden. In letzter Zeit war ja längere Zeit Pause hier im Blog. Es lohnt sich also, hier des öfteren in nächster Zeit wieder einmal reinzuschauen.
Bis dahin
Alex
Happy Kanelbullar Day!!
alexwe, Dienstag, 4. Oktober 2011, 14:05
Hi Leute. Wird Zeit, dass ich hier mal wieder ne Statusmeldung abgebe.
Schweden geht schnurstrax auf Herbst und Winter zu. Die Tage werden deutlich kürzer, die Blätter an den Bäumen weniger und der warme Kaffe schmeckt immer besser. In den letzten Wochen stand bei mir ganz klar studieren auf dem Stundenplan. Insgesamt 12 Seiten Hausarbeit auf englisch ist schon etwas anderes als man in Deutschland gewöhnt ist. Ich muss aber sagen, trotzdem das eine sehr schwierige Aufgabe war, hat sie im Endeffekt doch sehr viel mehr Spaß gemacht als jede hausarbeit die ich auf deutsch geschrieben habe. Das liegt wohl auch zum Teil daran, dass die Universitätsbibliothek hier in Uppsala (genannt: Carolina Rediviva) einfach grandios ist. Man kann ganze tage darin verbringen und schreiben.
Meine Zeit hier in Uppsala geht dem Bergfest entgegen und ich kann über Uppsala nur eins sagen: ich liebe diese Stadt! ich will nicht beurteilen, ob ich sie mehr liebe als Stockholm, weil Stockholm einfach in einer anderen Liga spielt. Wer schon einmal in Stockholm war weiß hoffentlich was ich meine. Uppsala hat jedoch so viele tolle Seiten...hier zu studieren macht einfach richtig viel Spaß!
Heute ist in Schweden einer der wichtigesten Tage im Jahr (für mich), der Kanelbullar Day! Ein Tag, der ganz und gar der Kanelbulle (zu deutsch Zimtschnecke, auch wenn man die Kanelbulle hier nicht mit der deutschen Zimtschnecke vergleichen kann, weil die Kanelbulle einfach 10000x besser schmeckt) gewidmet ist. Der Plan heute sieht also wie folgt aus: nach einer kleinen Studieneinheit in der Carolina (so heißt die Unibibliothek hier) geht es in meine Nation zum aaaaausgiebigen fika (Kaffee trinken und viiiiele Kanelbullar essen). Auch wenn wir das eh fast jeden tag machen ist das heute doch etwas besonderes...ich frage mich immer wieder wie ich 20 jahre ohne dieses rundliche Gebäck leben konnte. ich bin nicht der einzige, der sichd as hier fragt ;).
Was meine Kurse angeht, so habe ich heute meinen ersten Kurs : Swedish History endgültig abgeschlossen. Ja, was habe ich gelernt? Schweden hat wie nahezu jedes Land im 16. Jh. versucht seine macht zu maximieren und ist dabei sehr schnell an seine Grenzen gestoßen (die hier Dänemark heißt). Keine Länder der !Welt! haben so viele Kriege geführt, wie diese zwei Staaten und trotzdem ist Schweden seit fast 200 Jahren peacefull (friedlich). Ich finde das ist ein doch sehr beeindruckender Fakt. Nach dem "overstretch of the swedish realm" (in etwa: der Überdehnungdes Schwedischen Reiches) Ende des 17. Jh., begann der langsame Niedergang dieses Großreiches im Norden. Die anfangende Industrialisierung in Großbritannien und Kontinentaleuropa brachte Schweden um die Seehoheit und damit auch um ihre wohl größte militärische Waffe. Deshalb und wegen Schwedens Lage an der nördlichen Peripherie Europas, hat Schweden (im Gegensatz zu anderen Staaten) keinen Versuch mehr unternommen, noch einmal eine Großmacht zu werden. Was relativ interessant ist ist Schwedens verhalten gegenüber seiner Bevölkerung. Nahezu die Hälfte der bäuerlichen Bevölkerung war frei, also keinem Landlord in irgendeiner Weise verpflichtet (Abgaben, etc.). Dies hat viele Gründe. Einer davon ist: trotz seiner flächenmäßigen Größe, war Schweden noch nie dicht besiedelt. Es gab einfach keinen Mechanismus, die so weit verstreute Bevölkerung unter eine zentrale Gewalt zu bringen. Freiheit war hier also von Anfang an immer ein Stichwort und das merkt man bis heute. Trotz der teilweise kulturellen und auch sprachlichen Nähe zu Deutschland, gibt es doch eine Menge unterschiede zwischen den knapp 9 Millionen Schweden und den 83 Millionen Deutschen!
Mein nächster Kurs startet am 10. Oktober und geht dann bis zum Ende des Semesters kurz vor Weihnachten. Ich bin sehr gespannt darauf, was mich erwartet, da das Thema "Holocaust in European History and Histography" heißt. Ein Kurs an dem rennomierten Forschungsinstitut für Genozid und Holocaust (Hugo Valentin Centrum) hier in Uppsala. Ob sich die Diskussion über Holocaust wohl sehr von der an deutschen Universitäten unterscheidet, da man das Thema hier "objektiver betrachten" kann? Ich werd mich melden, um mehr zu berichten.
Bis dahin
euer Alex
Schweden geht schnurstrax auf Herbst und Winter zu. Die Tage werden deutlich kürzer, die Blätter an den Bäumen weniger und der warme Kaffe schmeckt immer besser. In den letzten Wochen stand bei mir ganz klar studieren auf dem Stundenplan. Insgesamt 12 Seiten Hausarbeit auf englisch ist schon etwas anderes als man in Deutschland gewöhnt ist. Ich muss aber sagen, trotzdem das eine sehr schwierige Aufgabe war, hat sie im Endeffekt doch sehr viel mehr Spaß gemacht als jede hausarbeit die ich auf deutsch geschrieben habe. Das liegt wohl auch zum Teil daran, dass die Universitätsbibliothek hier in Uppsala (genannt: Carolina Rediviva) einfach grandios ist. Man kann ganze tage darin verbringen und schreiben.
Meine Zeit hier in Uppsala geht dem Bergfest entgegen und ich kann über Uppsala nur eins sagen: ich liebe diese Stadt! ich will nicht beurteilen, ob ich sie mehr liebe als Stockholm, weil Stockholm einfach in einer anderen Liga spielt. Wer schon einmal in Stockholm war weiß hoffentlich was ich meine. Uppsala hat jedoch so viele tolle Seiten...hier zu studieren macht einfach richtig viel Spaß!
Heute ist in Schweden einer der wichtigesten Tage im Jahr (für mich), der Kanelbullar Day! Ein Tag, der ganz und gar der Kanelbulle (zu deutsch Zimtschnecke, auch wenn man die Kanelbulle hier nicht mit der deutschen Zimtschnecke vergleichen kann, weil die Kanelbulle einfach 10000x besser schmeckt) gewidmet ist. Der Plan heute sieht also wie folgt aus: nach einer kleinen Studieneinheit in der Carolina (so heißt die Unibibliothek hier) geht es in meine Nation zum aaaaausgiebigen fika (Kaffee trinken und viiiiele Kanelbullar essen). Auch wenn wir das eh fast jeden tag machen ist das heute doch etwas besonderes...ich frage mich immer wieder wie ich 20 jahre ohne dieses rundliche Gebäck leben konnte. ich bin nicht der einzige, der sichd as hier fragt ;).
Was meine Kurse angeht, so habe ich heute meinen ersten Kurs : Swedish History endgültig abgeschlossen. Ja, was habe ich gelernt? Schweden hat wie nahezu jedes Land im 16. Jh. versucht seine macht zu maximieren und ist dabei sehr schnell an seine Grenzen gestoßen (die hier Dänemark heißt). Keine Länder der !Welt! haben so viele Kriege geführt, wie diese zwei Staaten und trotzdem ist Schweden seit fast 200 Jahren peacefull (friedlich). Ich finde das ist ein doch sehr beeindruckender Fakt. Nach dem "overstretch of the swedish realm" (in etwa: der Überdehnungdes Schwedischen Reiches) Ende des 17. Jh., begann der langsame Niedergang dieses Großreiches im Norden. Die anfangende Industrialisierung in Großbritannien und Kontinentaleuropa brachte Schweden um die Seehoheit und damit auch um ihre wohl größte militärische Waffe. Deshalb und wegen Schwedens Lage an der nördlichen Peripherie Europas, hat Schweden (im Gegensatz zu anderen Staaten) keinen Versuch mehr unternommen, noch einmal eine Großmacht zu werden. Was relativ interessant ist ist Schwedens verhalten gegenüber seiner Bevölkerung. Nahezu die Hälfte der bäuerlichen Bevölkerung war frei, also keinem Landlord in irgendeiner Weise verpflichtet (Abgaben, etc.). Dies hat viele Gründe. Einer davon ist: trotz seiner flächenmäßigen Größe, war Schweden noch nie dicht besiedelt. Es gab einfach keinen Mechanismus, die so weit verstreute Bevölkerung unter eine zentrale Gewalt zu bringen. Freiheit war hier also von Anfang an immer ein Stichwort und das merkt man bis heute. Trotz der teilweise kulturellen und auch sprachlichen Nähe zu Deutschland, gibt es doch eine Menge unterschiede zwischen den knapp 9 Millionen Schweden und den 83 Millionen Deutschen!
Mein nächster Kurs startet am 10. Oktober und geht dann bis zum Ende des Semesters kurz vor Weihnachten. Ich bin sehr gespannt darauf, was mich erwartet, da das Thema "Holocaust in European History and Histography" heißt. Ein Kurs an dem rennomierten Forschungsinstitut für Genozid und Holocaust (Hugo Valentin Centrum) hier in Uppsala. Ob sich die Diskussion über Holocaust wohl sehr von der an deutschen Universitäten unterscheidet, da man das Thema hier "objektiver betrachten" kann? Ich werd mich melden, um mehr zu berichten.
Bis dahin
euer Alex
Sweden and Norway in a Nutshell oder auch "Schweden und Norwegen in der Nussschale"
alexwe, Sonntag, 25. September 2011, 18:33
Hallo...hier bin ich wieder. Ja, mich gibt es noch. Die letzten zweieinhalb Wochen waren die wohl eindrucksvollsten meines Lebens. Gleich zwei Lebensträume haben sich für mich erfüllt, doch von Anfang an. Der Grund, warum ich erst jetzt schreibe ist ganz einfach der, dass ich das Glück hatte, die letzten beiden Wochen mit meiner Freundin hier in Skandinavien verbringen zu können. Trotz einzelner Startschwierigkeiten (ich hatte eine Halsentzündung und Nicole hatte eine Mandelentzündung), nahmen die zwei Wochen dann doch mächtig an Fahrt auf. Die erste Woche war geprägt von Schweden: drei Tage Uppsala, nahezu drei Tage Stockholm! Ich versuchte mich als Reiseführer was im Grunde ziemlich viel Spaß gemacht hat ;). Das Wetter spielte mit und wir hatten sogar das Glück am 11. September die lange Nacht der Kultur hier in Uppsala miterleben zu können (Kulturnatten). Ziemlich interessant... Was Stockholm angeht hatte ich natürlich die Motivation, Nicole meine Stadt der Träume nur im besten und strahlendsten Lichte zu präsentieren. Da das Wetter (zumindest einen Tag lang) mitspielte, besuchten wir die Altstadt (Gamla stan) und die vielen schönen Inseln (bsp. Kastellholmen). Der Ausflug in die Scheren vor Stockholm blieb uns leider verwehrt, aber das ist wenigstens ein Grund, noch einmal nach Stockholm zurückzukommen...
Den Hauptteil der letzten zwei Wochen bildete dann unsere Reise nach Norwegen: zweieinhalb Tage Bergen und zweieinhalb Tage Stavanger. Was soll man dazu noch großartig sagen. Außer das Norwegen das wohl teuerste Land der Erde ist, waren diese fünf Tage unvergesslich! Auch hier lohnt es sich, die unten angehängten Bilder anzuschauen, da diese wohl besser als Worte beschreiben können, was wir alles gesehen haben. Nur soviel dazu: Bergens alte Hansestadt war für mich als Geschichtsstudent (obwohl ich sie schon einmal gesehen habe) wieder absolut grandios. Allein der Geruch des Holzes, wenn man durch die kleinen, schmalen Gassen geht ist unbeschreiblich. Noch besser war der zweite Tag, auch wenn er seeeeehr lang war für uns. Aufstehen um 6 Uhr, damit wir um 8 Uhr unsere 12-stündige Tour beginnen konnten. Mit dem Zug ging es von Bergen nach Voss, von da mit Bus nach Gudvangen, von da mit einem Boot durch die wohl schönste Fjordlandschaft Norwegens (und damit der Welt) nach Flåm (ausgesprochen: Flommmmmm, was sehr witzig klang), von da mit der Flåmbahn durch norwegisches Hinterland nach Myrdal und von da mit dem normalen Zug wieder zurück nach Bergen. Ich glaube selbst bei schlechtem Wetter wäre diese Tour sehr beeindruckend. Was soll ich sagen, bei strahlendem Sonnenschein war diese Tour einmalig, unvergesslich, faszinierend, das was ich mein Lebtag von Norwegen sehen wollte und das auch noch mit Nicole :) (mehr Superlative fallen mir dazu nicht ein). Zurück in Bergen hatten wir noch knapp zweieinhalb Stunden Zeit bis die Sonne unterging. Dies nutzten wir trotz schwerer Beine um mit der Floibana hoch auf den "Hausberg" von Bergen zu fahren und von da aus wieder runterzuwandern (alles bei strahlendem Sonnenschein!!!).
Der Flug nach Stavanger ließ dann am nächsten Tag erahnen, das das Wetter wechselhafter werden sollte. Die Landung bei 90 Grad strammem Seitenwind wurde von dem Piloten hervorragend gemeistert, auch wenn das wohl nicht jedermanns Geschmack war (meine Freundin inbegriffen). Ich fands toll...hatte was von Segelfliegen, landen ohne Autopiloten.
Stavanger an sich ist...eine Stadt wie jede andere auch. Ich/Wir waren also etwas enttäuscht. Noch ziemlich kaputt von dem langen Trip in Bergen und unsicher über das Wetter wussten wir bis kurz vorher nicht, ob wir den Trip zur wohl meistbesuchtesten Attraktion Norwegens, dem Preikestolen (übersetzt: Priesterstuhl; ist ein 604 meter hohes Plateau über dem Lysefjord, OHNE Absperrung), angehen sollten. Ein Argument überzeugte uns: wenn wir schonmal hier sind, dann MÜSSEN wir das machen. Knapp eine Stunde später waren wir auf dem Weg. Was dieser Weg uns für Qualen bringen sollte konnte da noch keiner ahnen. Das jedenfalls, was Norwegen als ""Wanderweg"" bezeichnen, würde in Deutschland nichtmal als Kletterpfad durchgehen. In unserem Enthusiasmus hielten wir die 2h Wegstrecke zum Preikestolen für total übertrieben...für zwei sportliche 21 jährige wie uns kein Problem, eine Stunde würde vollkommen reichen.....DENKSTE! Spätestens nach dem ersten Drittel der Strecke sollte uns bewusst werden, dass die Zeitrechnung der Norweger durchaus ernst gemeint war. 1h 40min pro Strecke und das war dann schon ziemlich gut für uns beide. Hochachtung vor meiner Freundin, die den gesamten Weg mit Straßenschuhen bestritt. Das der Weg so steinig (im wahrsten Wortsinn) werden sollte hatte wirklich keiner von uns geahnt. Gelohnt hat sich der Ausflug dennoch, denn mein zweiter Traum sollte sich erfüllen: einmal auf dem Preikestolen zu stehen und 604m ins Nichts zu blicken...und auch hier spielte das Wetter uns in die Karten. Es war zwar seeeeeehr windig, aber der erwartete Regen blieb aus und kaum zu glauben, als wir endlich oben ankamen, schien sogar kurzzeitig einmal die Sonne....wenn das kein zeichen sein sollte ;). Noch besser dann der Rückweg. Nahezu zeitgleich mit dem Moment, indem wir wieder in den Bus nach Hause einstiegen, fing es dann auch an zu regnen. Uns konnte das reichlich egal sein. Ein einfach nur unglaublicher Tag in allen Hinsichten. Auch konnte man wohl viele lehren aus dem Tag ziehen. Eine der wichtigsten war wohl: Vertraue nie skandinavischem Wetterberichten aber vertraue auf norwegische Wanderempfehlungen und Angaben, auch wenn sie auf den ersten Blick abschreckend wirken, sie stimmen meistens!
Anhang: Für meine beiden Cousins Andy und Christian wäre diese Wanderung sicher genau das richtige gewesen. Wenn ihr irgendwann mal in Norwegen seid, tut euch das an! Es lohnt sich...
Zum Schluss bleiben mir hier nurnoch zwei Sachen zu sagen: genießt die folgenden Bilder und danke für diese zwei wundervollen Wochen Nicole :*








Bergens alte Hansestadt Bryggen










Bergen

zwar kein Elch aber immerhin...

die ersten Anzeichen von Herbst

Preikestolen



nur ein kleiner Ausschnitt des ""Wanderweges"" zum Preikestolen und zurück.

kaputt aber glücklich :)

da waren wir...
Den Hauptteil der letzten zwei Wochen bildete dann unsere Reise nach Norwegen: zweieinhalb Tage Bergen und zweieinhalb Tage Stavanger. Was soll man dazu noch großartig sagen. Außer das Norwegen das wohl teuerste Land der Erde ist, waren diese fünf Tage unvergesslich! Auch hier lohnt es sich, die unten angehängten Bilder anzuschauen, da diese wohl besser als Worte beschreiben können, was wir alles gesehen haben. Nur soviel dazu: Bergens alte Hansestadt war für mich als Geschichtsstudent (obwohl ich sie schon einmal gesehen habe) wieder absolut grandios. Allein der Geruch des Holzes, wenn man durch die kleinen, schmalen Gassen geht ist unbeschreiblich. Noch besser war der zweite Tag, auch wenn er seeeeehr lang war für uns. Aufstehen um 6 Uhr, damit wir um 8 Uhr unsere 12-stündige Tour beginnen konnten. Mit dem Zug ging es von Bergen nach Voss, von da mit Bus nach Gudvangen, von da mit einem Boot durch die wohl schönste Fjordlandschaft Norwegens (und damit der Welt) nach Flåm (ausgesprochen: Flommmmmm, was sehr witzig klang), von da mit der Flåmbahn durch norwegisches Hinterland nach Myrdal und von da mit dem normalen Zug wieder zurück nach Bergen. Ich glaube selbst bei schlechtem Wetter wäre diese Tour sehr beeindruckend. Was soll ich sagen, bei strahlendem Sonnenschein war diese Tour einmalig, unvergesslich, faszinierend, das was ich mein Lebtag von Norwegen sehen wollte und das auch noch mit Nicole :) (mehr Superlative fallen mir dazu nicht ein). Zurück in Bergen hatten wir noch knapp zweieinhalb Stunden Zeit bis die Sonne unterging. Dies nutzten wir trotz schwerer Beine um mit der Floibana hoch auf den "Hausberg" von Bergen zu fahren und von da aus wieder runterzuwandern (alles bei strahlendem Sonnenschein!!!).
Der Flug nach Stavanger ließ dann am nächsten Tag erahnen, das das Wetter wechselhafter werden sollte. Die Landung bei 90 Grad strammem Seitenwind wurde von dem Piloten hervorragend gemeistert, auch wenn das wohl nicht jedermanns Geschmack war (meine Freundin inbegriffen). Ich fands toll...hatte was von Segelfliegen, landen ohne Autopiloten.
Stavanger an sich ist...eine Stadt wie jede andere auch. Ich/Wir waren also etwas enttäuscht. Noch ziemlich kaputt von dem langen Trip in Bergen und unsicher über das Wetter wussten wir bis kurz vorher nicht, ob wir den Trip zur wohl meistbesuchtesten Attraktion Norwegens, dem Preikestolen (übersetzt: Priesterstuhl; ist ein 604 meter hohes Plateau über dem Lysefjord, OHNE Absperrung), angehen sollten. Ein Argument überzeugte uns: wenn wir schonmal hier sind, dann MÜSSEN wir das machen. Knapp eine Stunde später waren wir auf dem Weg. Was dieser Weg uns für Qualen bringen sollte konnte da noch keiner ahnen. Das jedenfalls, was Norwegen als ""Wanderweg"" bezeichnen, würde in Deutschland nichtmal als Kletterpfad durchgehen. In unserem Enthusiasmus hielten wir die 2h Wegstrecke zum Preikestolen für total übertrieben...für zwei sportliche 21 jährige wie uns kein Problem, eine Stunde würde vollkommen reichen.....DENKSTE! Spätestens nach dem ersten Drittel der Strecke sollte uns bewusst werden, dass die Zeitrechnung der Norweger durchaus ernst gemeint war. 1h 40min pro Strecke und das war dann schon ziemlich gut für uns beide. Hochachtung vor meiner Freundin, die den gesamten Weg mit Straßenschuhen bestritt. Das der Weg so steinig (im wahrsten Wortsinn) werden sollte hatte wirklich keiner von uns geahnt. Gelohnt hat sich der Ausflug dennoch, denn mein zweiter Traum sollte sich erfüllen: einmal auf dem Preikestolen zu stehen und 604m ins Nichts zu blicken...und auch hier spielte das Wetter uns in die Karten. Es war zwar seeeeeehr windig, aber der erwartete Regen blieb aus und kaum zu glauben, als wir endlich oben ankamen, schien sogar kurzzeitig einmal die Sonne....wenn das kein zeichen sein sollte ;). Noch besser dann der Rückweg. Nahezu zeitgleich mit dem Moment, indem wir wieder in den Bus nach Hause einstiegen, fing es dann auch an zu regnen. Uns konnte das reichlich egal sein. Ein einfach nur unglaublicher Tag in allen Hinsichten. Auch konnte man wohl viele lehren aus dem Tag ziehen. Eine der wichtigsten war wohl: Vertraue nie skandinavischem Wetterberichten aber vertraue auf norwegische Wanderempfehlungen und Angaben, auch wenn sie auf den ersten Blick abschreckend wirken, sie stimmen meistens!
Anhang: Für meine beiden Cousins Andy und Christian wäre diese Wanderung sicher genau das richtige gewesen. Wenn ihr irgendwann mal in Norwegen seid, tut euch das an! Es lohnt sich...
Zum Schluss bleiben mir hier nurnoch zwei Sachen zu sagen: genießt die folgenden Bilder und danke für diese zwei wundervollen Wochen Nicole :*








Bergens alte Hansestadt Bryggen










Bergen

zwar kein Elch aber immerhin...

die ersten Anzeichen von Herbst

Preikestolen



nur ein kleiner Ausschnitt des ""Wanderweges"" zum Preikestolen und zurück.

kaputt aber glücklich :)

da waren wir...
... ältere Einträge